Jeder, der hier in der Umgebung wohnt oder aufgewachsen ist, war schon einmal im Salzbergwerk. Wenn nicht, dann sei es ihr oder ihm dringend ans Herz gelegt.
Allein die Einfahrt in 180m Tiefe in nur 30 Sekunden ist beeindruckend. Wenn sich einem dann diese riesige Welt unter Tage in den unendlich scheinenden Gängen und Stollen aus salzhaltigen Wänden und Böden eröffnet, ist das fast unglaublich! Bis nach Heilbronn erstrecken sich die unfassbar großen Gänge mit eigener Feuerwehr in dieser Stadt im Untergrund.

Aber das war bei unserer Roten Tour nicht das Hauptanliegen. Mit viel Herzblut und Fachwissen haben uns Silke und Roland Ortwein, die ehrenamtlich für die Miklos-Klein-Stiftung tätig sind, durch die Ausstellung der ehemaligen Zwangsarbeiter im Salzbergwerk Bad Friedrichshall geführt. Gänsehaut verschafften uns hier nicht nur die kühlen Temperaturen und das schummrige Licht unter Tage, sondern vielmehr die durchorganisierte Grausamkeit und die Entmenschlichung dieser Männer, die hier (aber auch in vielen anderen umliegenden Fabriken) unter unmenschlichen Bedingungen schuften mussten.

Die Ausstellung gibt ihnen ihr Gesicht und ihre Würde zurück, indem sie ihre Geschichten erzählt. Umso erstaunlicher, dass dennoch einige der Überlebenden aus Ungarn, Polen und Frankreich später für Frieden und Aussöhnung mit den Deutschen eintraten und sogar bei der Eröffnung der Gedenkstätte anwesend waren.
Wir verneigen uns vor dem Mut zur Vergebung und zur Verständigung zwischen unseren Völkern und sind zutiefst dankbar!
Eure SPD-Wimpfener Liste